Hund bellt bei jedem Geräusch

Hundeerziehung – Ihr Hund bellt bei jedem Geräusch?

Viele Hundebesitzer kennen das Problem, und ihr Hund bellt ständig bei jedem Geräusch. Häufig ist nicht einmal ein wirklicher Grund ersichtlich. Wie aus dem Nichts beginnt das lautstarke Bellen des geliebten Vierbeiners. So lieb man diesen auch hat, auf Dauer ist das laute Geräusch doch sehr anstrengend. Außerdem fühlen sich häufig auch andere Personen, wie beispielsweise die Nachbarn gestört.

Doch was genau hilft bei ständigem, häufigen grundlosem Bellen?

Ist das Bellen überhaupt ein Fehlverhalten?

Nicht immer handelt es sich bei dem Bellen um ein Fehlverhalten. Dabei kommt es natürlich auf die jeweilige Situation an. Von einem Wachhund wird beispielsweise erwartet, dass er bereits bei dem kleinsten Geräusch mit dem Bellen beginnt. Schließlich ist es seine Aufgabe, das Haus und das Grundstück zu bewachen. Sehr häufig ist das Bellen in diesem Fall auch gar nicht grundlos. Der Mensch kann den Grund nur nicht wahrnehmen. Denn unsere Sinne sind weit weniger ausgeprägt als die des Hundes. Es könnte somit sehr wohl Gefahr im Verzug sein, weshalb der Hund zu bellen beginnt. Bei einem Wachhund handelt es sich somit eindeutig nicht um ein Fehlverhalten. Doch er stellt auch eher die Ausnahme dar, wie die folgenden Fälle zeigen sollen.

Der Hund bellt bei jedem Geräusch

Völlig grundlos erfolgt das Bellen eigentlich nie. Wer lernt zu verstehen, warum der Hund das Bellen beginnt, kann es sehr leicht bekämpfen.

Zunächst einmal bellen viele Hunde einfach aus Langeweile. Durch das Bellen sind sie beschäftigt. Wenn sie ein Geräusch hören legen sie richtig los. Die Langeweile führt dazu, dass das Bellen länger und lauter ausfällt, als es vielleicht normal wäre. Wer einen solchen Hund hat, der sollte sich darum bemühen, diesen besser auszulasten. Helfen können lange Spaziergänge oder auch Touren mit dem Rad. Für die Wohnung eignet sich hingegen Hunde Intelligenzspielzeug, denn auch innerhalb der eigenen vier Wände kann das Tier gefördert werden.

Ein weiterer Grund für das Bellen besteht darin, dass sich der Hund Aufmerksamkeit von den Menschen wünscht. Das ist häufig der Fall, wenn das Tier mit dem Bellen beginnt, wenn sein Besitzer gerade mit etwas Anderem beschäftigt ist. Sobald der Besitzer ein Geräusch von sich gibt, beginnt das Bellen. Es handelt sich dann um eine Art Aufforderung, sich mit dem Hund zu beschäftigen. Besonders bei jüngeren Vierbeinern kann das beobachtet werden. Will man dieses Verhalten seinem Hund abgewöhnen, darf man ihn jetzt auch gar keinen Fall beachten!

Zuletzt kann sich das Tier auch eingeschüchtert fühlen. Für den Menschen ist es teilweise nicht gleich ersichtlich, warum genau sich der Hund eingeschüchtert fühlt. Das Resultat ist häufig ein hohes und sehr schnelles Kläffen, das auf Dauer besonders anstrengend für die menschlichen Ohren ist. Geräusche aus dem Garten oder von der Straße sind häufige Auslöser.

Manche Rassen bellen mehr

Mache Hunderassen bellen mehr als andere. Dies wurde bereits vor langer Zeit nachgewiesen. Das liegt daran, dass einige Rassen einfach mehr Freude am Bellen haben.

Bernhardiner,

Bernhardiner

Deutsche Dogge,

Deutsche Dogge

Retriever

Retriever

und die Bassets

Basset

sind für eine eher ruhige Art bekannt. Solange diese Hunde nicht als Wachhunde eingesetzt werden, sind sie eher selten zu hören.

Das Gegenteil sind die Chihuahuas

Chihuahua

und die Terrier.

Terrier

Sie machen hörbar auf sich aufmerksam. Häufig wird davon gesprochen, dass sich diese kleinen Hunderassen nicht anders verteidigen können. Das Bellen stellt eine Art Überkompensation dar und dient der Abschreckung. Nicht umsonst werden sie häufig als „Kläffer“ bezeichnet.

Das Bellen abstellen

Das ständige Bellen des Hundes ist natürlich nicht gerade wünschenswert. Deshalb ist es wichtig, eine Lösung für dieses Problem zu finden.

1. Ein Kommando einführen

Wenn der Hund bei jedem noch so kleinen Geräusch beginnt zu bellen, muss sein Besitzer Konsequenz beweisen. Dafür muss sich zunächst ein Kommando ausgedacht werden. Besonders beliebt ist „AUS!“ oder „NEIN!“. Sobald das Bellen beginnt, muss das Kommando gerufen werden. Im besten Fall ist der Hund bei der ersten Anwendung derart verdutzt, dass er mit dem Bellen aufhört. Dann ist es an der Zeit ihn ausgiebig zu loben. Auch Leckerlies können eingesetzt werden. Sobald der Hund erneut beginnt zu kläffen, muss das Kommando wiederholt werden. Die Stimme sollte dabei zwar bestimmt, allerdings nicht zu laut sein. Viele Hunde neigen ansonsten dazu, das Kommando übertönen zu wollen. Das Bellen würde somit nur noch lauter werden.

2. Den Hund ansprühen

Hund bellt

Wenn das Kommando nicht hilft, muss zu härteren Mitteln gegriffen werden. Der Hundebesitzer sollte sich dafür ein Wäschesprüher besorgen. Dieser kommt normalerweise zum Einsatz, um Wäsche vor dem Bügeln anzufeuchten oder Blumen zu besprühen, die es lieber feucht mögen. Es muss einer sein, der nicht nur auf Sprühstoß einzustellen geht, sondern auch auf Strahl. Diesen brauchen wir nämlich, damit wir, notfalls auch auf weitere Entfernung, das Tier treffen können. Zur Hundeerziehung ist ein Wasserspüher auch zu gebrauchen. Wichtig ist, dass es sich dabei um einen Sprüher handelt, in dem noch nie etwas Anderes als Wasser war. Auf keinen Fall darf sich in dem Sprüher mal ein Reinigungs- oder Kosmetikprodukt befunden haben. Einen Sprüher kann der Besitzer in jedem größeren Supermarkt für wenige Euros kaufen. Im Anschluss wird er mit Wasser gefüllt. Danach kann das Training beginnen.

Nun stehen viele Hundebesitzer vor dem Problem, dass sie selbst die Geräusche gar nicht wahrnehmen, wegen denen ihr Hund bellt. Deshalb ist es sinnvoll, diese Situation einfach selbst zu provozieren. Bestenfalls wird der Vierbeiner später auch bei den leisesten Geräuschen still bleiben. Um das Training durchzuführen, sollte eine Person den Sprüher halten und die andere Person ein Geräusch verursachen. Dabei könnte es sich beispielsweise um das Öffnen des Gartentors oder ein Geräusch an den Mülltonnen handeln. Auch das typische klimpern von Schlüsseln bringt viele Hunde zum Bellen. Sobald der Hund damit beginnt, kommt der Sprüher zum Einsatz.

Der Vierbeiner wird vermutlich im ersten Moment sehr verdutzt sein. Denn auch wenn die meisten Hunde das Wasser lieben, damit angesprüht zu werden ist ihnen trotzdem nicht ganz recht. Doch genau darum geht es. Das Tier soll das Kläffen mit etwas Unangenehmen in Verbindung bringen.

Dieses Vorgehen zeigt meist recht schnell seine Wirkung. Dennoch muss regelmäßig geübt werden.

3. Das Bellen ignorieren

In Machen Fällen kann es sinnvoll sein, das Bellen einfach zu ignorieren. Besonders wenn sich der Hund Aufmerksamkeit wünscht, sollte so verfahren werden. Sobald der Besitzer ein Geräusch von sich gibt, beginnt das Bellen. Doch das Tier muss lernen, dass es nicht permanent im Mittelpunkt steht. Es muss sich somit in Geduld üben. Wenn dann wieder Ruhe eingekehrt ist, kann ihm die gewünschte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dieses Vorgehen sollte allerdings nur erfolgen, wenn das Bellen andere Menschen nicht stören kann. Denn einige Hunde beweisen eine erstaunliche Ausdauer. Sie bellen mehrere Minuten am Stück. In einer eng bebauten Wohnsiedlung wäre das für die Nachbarn eine echte Nervenprobe.

Jede Hunderasse ist anders

Der Hund bellt bei jedem Geräusch? Dennoch darf der Besitzer bei der Hundeerziehung niemals die Nerven verlieren. Manche Hunderassen machen es ihren Besitzern bei der Erziehung schwerer als andere. Beispielsweise sind die Dackel für ihre Sturheit bekannt.

Dackel

Jeder Dackelbesitzer wird wissen, dass es sich dabei nicht nur um ein Gerücht handelt. Die meist hochintelligenten Tiere müssen besonders motiviert werden, das gewünschte Kommando auszuführen. Denn sie hinterfragen warum genau, sie das eigentlich tun sollten. Auch Chihuahuas machen es den Besitzern schwer.

Chihuahua

Denn sie kläffen besonders gerne und in einer besonders unangenehmen Tonlage. Das Kläffen ist nicht nur sehr laut für einen so kleinen Hund, sondern auch sehr hoch. Gleichzeitig ist es relativ schwer, dieser Rasse das Bellen abzugewöhnen. Ihre Aufmerksamkeitsspanne ist häufig sehr kurz. Hier ist somit besonders viel Geduld gefragt.

Freuen dürfen sich hingegen Besitzer von Labradoren

Labrador

oder Golden Retrievern.

Golden Retriever

Denn beide Rassen sind für ihr gutmütiges Wesen bekannt. Diese Hunde versuchen meist, es ihrem Herrchen recht zu machen. Sie geben sich Mühe, die Kommandos richtig auszuführen und hinterfragen sie nicht. Besonders die Labradore sind außerdem für ihren ausgesprochen gesunden Appetit bekannt. Mit Leckeres lässt sich an dieser Stelle also viel bewegen.

Die Geduld des Besitzers ist entscheidend

Es kann leider nicht pauschal beantwortet werden, wie lange genau es dauert, bis das Bellen endlich aufhört. Jede Situation und jeder Hund sind schließlich anders. Außerdem ist der Erfolg besonders von dem Hundebesitzer abhängig. Schließlich ist er es, der dem Hund zeigen muss, welches Verhalten richtig und welches Verhalten falsch ist. Es wird dem Tier nur wenig bringen, wenn der Besitzer es einmal tadelt, weil es gebellt hat und beim nächsten Mal wieder nicht. Es muss unbedingt darauf geachtet werden, konsequent bei der Sache zu bleiben. Bei jedem Bellen muss das Kommando erfolgen oder der Sprüher eingesetzt werden. Nur so kann der Hund lernen, welches Verhalten unerwünscht ist.

Es sollte in regelmäßigen Abständen mit dem Hund geübt werden. Wenn Dein Hund bellt und nicht aufhört, dann ist es höchste Zeit für ein Training. Besser ist, schon die kleinsten Anzeichen zu unterdrücken. Dabei wird die Situation, in welcher er bellt einfach nachgestellt. Hunde können sich allerdings nur selten länger als fünf Minuten konzentrieren. Ein stundenlanges Training ist somit relativ sinnlos. Es sollte besser zwei bis drei Mal pro Tag geübt werden. Bei einem älteren Hund werden die Erfolge außerdem länger auf sich warten lassen als bei einem Welpen. Denn er kennt sein Verhalten seit Jahren gar nicht anders. Ihm beizubringen, dass es sich dabei um ein Fehlverhalten handelt, ist somit viel aufwändiger.

Wenn Dir dieser Tipp gefallen hat, dann schaue Dir auch einmal meinen Vier-Pfoten-Ratgeber an.

Viel Erfolg beim Training… wenn Du einmal Fragen hast, oder meine Hilfe benötigst, dann rufe mich an oder schreibe mir eine E-Mail.

Ganz liebe Grüße

Holger Korsten
Rudelführer und Menschencoach

 

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