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Hund aggressiv gegenüber anderen Hunden

Ist Dein Hund aggressiv gegenüber anderen Hunden?

Häufig wird die Mensch-Hund-Beziehung durch das unerwünschte Aggressionsverhalten des eigenen Hundes extrem belastet.

Ist der Hund aggressiv gegenüber anderen Hunden oder gegenüber Menschen sind viele Hundehalter verzweifelt und überfordert. Der Wunsch nach einer Verhaltensänderung des Hundes steht an erster Stelle. Aber um diese zu erreichen, muss der Mensch das Verhalten seines Tieres zunächst einmal richtig deuten und verstehen.

Eines ist sicher: Ist der Hund aggressiv gegenüber anderen Hunden, entsteht sein Benehmen nie, weil das Tier Lust auf Krawall hat oder ungehorsam ist. Naturgemäß neigt dieser Vierbeiner genauso wenig zu aggressivem Gebaren wie der Mensch. Aggression wird durch ein instinktives Verhalten ausgelöst und stellt eine entartete Form der Hundekommunikation dar. Hinter jedem unerwünschten Handeln steckt jedoch eine Ursache. Um die Aggression des eigenen Tieres abzustellen, gilt es, sein Ausdrucksverhalten deuten zu können und den Auslöser der Feindseligkeit zu erkennen.

Eine schnelle Vorgehensweise ist enorm wichtig. Denn bei der aggressiven Handlung kommt es im Gehirn des Hundes zu einer Überflutung von chemischen Substanzen, die das Tier in Alarmbereitschaft versetzen. Diese Stoffe vermitteln dem Hund im Laufe der Zeit angenehme Empfindungen.

Die Folge: Jedes aggressive Ereignis stellt für den Hund eine Belohnung dar. Demzufolge wird sich seine Aggressivität weiter steigern. Sie kann sich sogar noch verschlimmern.

 

Warum ist Dein Hund aggressiv gegenüber anderen Hunden?

Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Hormonschwankungen (beispielsweise in der Welpenzeit, bei weiblicher Scheinträchtigkeit oder testosteron-abhängige Aggression bei Rüden („Machogehabe“),
  • pathologische Aggression durch organische Erkrankungen (beispielsweise Tollwut, Staupe- oder Borreliose-Infektionen) sowie Verletzungen,
  • territoriale Aggression,
  • Angst, Frustration oder Stress,
  • Dominanz,
  • Mutterinstinkt (Aggression zur Jungenverteidigung),
  • Nahrungsaggression.

Das territoriale Aggressionsverhalten ist genetisch bedingt und tritt erst auf, wenn der Hund die nötige soziale Reife erlangt hat.

Territorialverhalten macht sich dadurch deutlich, dass der Hund sein „Eigentum“ verteidigt. Wobei der Begriff Eigentum im weitesten Sinne zu betrachten ist. Er kann sich auf seinen Lebensraum, also die Wohnung, das Haus oder das Grundstück beziehen. Aber auch auf seinen Liegeplatz, sein Spielzeug oder sonstige von ihm eingenommene Gegenstände.

Diese Form der Aggression macht sich durch Reizsituationen bemerkbar.

Das klassische Beispiel – Der Briefträger:

Hund aggressiv gegenüber Briefträger

Täglich nähert er sich dem Grundstück/der Wohnung. Der Hund zeigt ihm sofort lautstark, vielleicht auch durch andere hundetypische Drohgebärden, dass er nicht erwünscht ist. Der Hund hat jeden Tag Erfolg, denn der Postbote verlässt das Grundstück. Der Hund erhält also eine positive Bestärkung seines Handelns. Mit der Zeit konditioniert sich dieses Verhalten. Der Vierbeiner droht (bellt) und der Briefträger geht. Dass der Briefträger auch gehen würde, wenn der Hund ihm gegenüber nicht aggressiv wäre, weiß der Hund ja nicht.

Durch dieses sich täglich wiederholende positive Erlebnis fühlt sich das Tier in seinem Verhalten bestätigt und setzt diese Methode fort.

 

 

Ist Dein Hund aggressiv gegenüber anderen Hunden aus Gründen der Angst, Frustration oder aus Stress, wird das Verhalten durch verschiedene Auslöser hervorgerufen.

Hunde, die ein schlechtes Erlebnis mit dem jeweiligen Faktor verbinden, möchten in jedem Fall verhindern, dass sich diese Situation wiederholt.

Angst ist der häufigste Auslöser der Aggression.

Hier ist der typische Angstbeißer zu nennen, der beispielsweise beim Tierarzt aus Angst um sich beißt, um der bedrohlichen Situation zu entgehen.

Bei der Aggression aus Angst musst Du Deinem Liebling die absolute Sicherheit geben, dass Du alles im Griff hast und er sich 100% auf Dich verlassen kann.

Das hat wieder etwas damit zu tun, dass Dein Hund Dich auch als ruhigen und ausgeglichenen Rudelführer ansehen und kennen muss!

Meist denken die ängstlichen Hunde, sie müssen sich als Rudelführer aufführen (was sie aber eigentlich gar nicht wollen und auch nicht gerne sind) weil Du nicht als der souveräne Rudelführer vom Tier angesehen wirst, der Du aber sein solltest.

Du bereitest Deinem Vierbeiner ein viel angenehmeres und ruhigeres Leben, wenn Du ihm diese Last abnimmst und deutlich machst, dass Du der Rudelführer bist!

Vier Pfoten RatgeberDieses wird in meinem Vier Pfoten Ratgeber ganz ausführlich beschrieben, der in der überarbeiteten Version günstig als E-Book zu erhalten ist.
Dort lernst Du in ganz einfachen Schritten, wie Du Dich als Anführer behaupten und damit Deinem Liebling sehr viel Stress abnehmen kannst.

Hier gibt es weitere Informationen zu meinem Ratgeber.

 

Aber auch Frustrationsaggression ist im Alltag nicht selten zu erleben. Sie entsteht in der Regel durch Unter- oder Überforderung des Vierbeiners. Die Aggression ist dann ein Ventil, das der Hund benutzt, um sich von der überschüssigen Energie zu befreien.

Dominanzaggression entsteht häufig durch Rangordnungsprobleme. Ist der Hund aggressiv gegenüber anderen Hundenfühlt er sich als ranghöheres Rudelmitglied und meint, seine Artgenossen ständig maßregeln zu müssen. Des Weiteren besitzt er die Bedrängnis, permanent den Ton anzugeben. Jedoch werden häufig vielfältige unerwünschte Verhaltensweisen der Dominanz zugeschrieben, obwohl deren Auslöser in anderen Bereichen zu suchen sind. Aufgrund dessen kommt echtes Dominanzverhalten viel seltener vor, als allgemein immer behauptet wird.

In diesem Fall (eigentlich in jedem Fall wie Du jetzt ja schon mehrfach gelesen hast) musst Du als ruhiger Rudelführer auftreten und dem Hund aufzeigen, dass Du die Situation zu jeder Zeit voll unter Kontrolle hast!

Auch musst Du an seinem Sozialverhalten arbeiten und ihn vermehrt mit anderen Hunden in Kontakt bringen. Das geht sehr gut in einer Hundeschule in Deiner Nähe. Dort wird er mit Dir als Rudelführer viele andere Artgenossen treffen und lernen, diese nicht gleich aufzufressen.

Ein Kontakt mit anderen Hunden sollte immer von Dir ausgehen. Du begrüßt andere Hundehalter immer als erstes und dann erst darf Dein Hund an den anderen Mensch oder Hund heran. Lasse ihn niemals voran stürmen! Ein normaler Hundekontakt würde immer zuerst über das (gegenseitige) Beschnüffeln stattfinden.

Wenn Dein Hund diesen normalen Vorgang verlernt hat, dann musst Du ihm dieses wieder näherbringen.

Wie das genau geht, das erfährst Du in meinem Hunderatgeber oder in einem Privatcoaching mit Dir und Deinem Hund, denn dieses an dieser Stelle mit Worten zu erklären, wäre zu schwierig und würde den Rahmen sprengen.

 

 

Bei der mütterlichen Aggression hingegen, ist der Hund aggressiv gegenüber anderen Hunden und gegenüber Menschen aufgrund des natürlichen Mutterinstinktes.

Diese Form zeigen Hündinnen, die gerade Welpen geworfen haben. Die angeborene Intuition richtet sich oftmals gegen fremde Personen oder andere Tiere. Durch ihr biologisch sinnvolles Verhalten, frei nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung, will sie Schaden von ihren Welpen abwenden. Häufig lässt diese Art der Aggression von selbst nach, wenn die Welpen größer werden und ihre Versorgung eigenständig übernehmen können.

Ist der Hund aggressiv gegenüber anderen Hunden aufgrund einer vorhandenen Nahrungsaggression verteidigt das Tier eine lebensnotwendige Ressource – sein Futter. Häufig handelt es sich hierbei um ein Problem der nicht klar definierten Rangordnung. Des Öfteren wird auch dieses Verhalten als Dominanz bezeichnet. Dabei ist dies eine rangordnungsbezogene Aggression, bei der es gilt, die Hierarchie im Rudel zu klären.

Auch hier wieder der ganz einfache Ansatz, wenn Dein Hund Dich als Rudelführer ansieht und akzeptiert, dann würde er niemals aggressiv Dir gegenüber agieren!

Ich rate Dir dringend, Dich mit einem Hundeexperten zu treffen, der Dir unter fachmännischer Anleitung die nötigen Schritte erklärt. Wenn Du unsicher bist, dann nimm z.B. niemals Deinem Hund sein Fressen weg. Ein Rudelführer ist niemals unsicher!

Grundsätzlich gilt (wie auch in der Natur): Der Rudelführer frisst zuerst!

Das soll jetzt nicht heißen, dass Du Hundefutter essen musst 🙂 aber wenn Du Deinem Liebling seine Mahlzeit zubereitest und es dann auf die Erde stellst, dann lasse ihn nicht sofort heran, sondern er muss erst in einiger Entfernung warten. Setze Dich doch einfach vor den Napf und iss dann vor seinen Augen z.B. einen Keks.

Nach einiger Zeit entfernst Du Dich vom Futternapf und lässt Deinen Hund jetzt quasi „nach Dir“ fressen.

Achtung, ein Rudelführer würde niemals jetzt wieder zurückkommen und dem dann fressenden das Futter streitig machen! Das gilt übrigens auch (und wenn es noch so weh tut) für Deinen Sonntagsbraten (oder Sonntagsfisch),

Hund klaut Sonntagsbraten

den Du unbeaufsichtigt stehen gelassen hast und über den sich gerade Dein Vierbeiner hermacht. Nächstes Mal besser aufpassen. 🙂

Ist der Hund aggressiv gegenüber anderen Hunden,
helfen Geduld und professionelle Hilfe

Jede Aggressionsform lässt sich bewältigen. Während bei einigen der Tierarzt helfen kann (z.B. beim Rüden der aus sexuellen Gründen aggressiv ist), ist bei den meisten Aggressionsursachen häufig der Rat eines Hundetrainers oder Tierpsychologen unumgänglich.

Denn die Psyche des Hundes ist sensibel. Ist der Hund aggressiv gegenüber anderen Hunden und gegenüber Menschen, können unerfahrene, unsichere Hundehalter die unliebsame Situation sogar noch verschlimmern. Denn wenn die Aggression „umgeleitet“ wird, richtet sie sich am Ende sogar gegen den Hundehalter selbst.

Hundeprofis erreichen durch zielgerichtete Maßnahmen, beispielsweise durch Gegenkonditionierung oder systematische Desensibilisierung eine Verhaltensänderung des Hundes.

Bei der Gegenkonditionierung handelt es sich um ein in der Verhaltenstherapie eingesetztes Mittel der klassischen Konditionierung. Hierbei wird ein neutraler Reiz, ein sogenannter Trigger, dazu benutzt, negative Emotionen durch erwünschte Verhaltensweisen zu ersetzen.

Eine andere Anti-Aggressions-Maßnahme ist die systematische Desensibilisierung.
In herbeigeführten Trainingssituationen werden bewusst starke Angstreize eingesetzt, um dem Hund zu zeigen, dass von diesem keine Gefahr ausgeht. Die Methode soll die Angst kontinuierlich abschwächen und die Toleranzschwelle konstant erhöhen.

Bei beiden Methoden ist das Timing enorm wichtig. Stimmt es nicht, führt die Aktion zu keinem Erfolg, sondern verstärkt die missliche Situation weiter.

Ein Profi ist in der Lage, aus dem aggressiven Hund ein entspanntes Familienmitglied zu machen, für den ein harmonisches Miteinander selbstverständlich ist.

 

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Vier Pfoten Ratgeber

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Bilder: lizenzfreie-bilder-kostenlos.com
Text: Holger Korsten – Hunde-Erziehung24.com

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DJ Hamburg